Rentner, extrem gefährlich – Review: R.E.D. 2

Retired, Extremely Dangerous” – das versteckt sich hinter dem Titel der Actionkomödie “R.E.D. 2”. Der erste Teil rund um die in die Jahre gekommenen James-Bonds war 2010 relativ erfolgreich, also wurde die DC Comic-Verfilmung in die zweite Runde geschickt. Allzusehr unterscheidet sich das Sequel nicht von seinem Vorläufer; die Story ist im Grunde die gleiche: Während es in Teil 1 um eine CIA-Mission in Guatemala ging, die die pensionierten Agenten unfreiwillig zur Rückkehr aus dem Ruhestand zwang, ist es nun eine alte Geschichte aus dem Kalten Krieg in Moskau. Hauptfigur ist wiederum Frank Moses (ein etwas gelangweilter Bruce Willis), den wieder das Berufsrisiko einholt, Jahrzehnte später als Mitwisser liquidiert zu werden.

Dass Geheimdienste keine angenehmen, demokratie-freundlichen Vereine sind und sich im Zweifel einen Dreck um die Gesetze scheren, ist im Kino schon länger bekannt. Wie nah das Blockbuster-Kino dabei an der Realität ist, kann man zur Zeit bei den Agenten-Thrillern in den internationalen Nachrichten bestens beobachten. In “R.E.D.” war der Aufhänger, dass ein Geheimdienst-Killerkommando einen unliebsamen Journalisten liquidierte; in “R.E.D. 2” wird Wikileaks zum Auslöser für die neuerliche Ruhestörung in der Rente. Auf der Enthüllungsplattform ist nämlich ein altes Dokument aus dem Kalten Krieg aufgetaucht. Zusammen mit herrlich verrückten ehemaligen Kollegen Marvin (John Malkovich) beweist Frank, dass er ‘es auch im Alter immer noch drauf hat’. Die humorvolle Schnitzeljagd führt sie dabei rund um den Globus mit rasanter Action in Amerika, Paris, Moskau und London. Zwischen den Schießereien sind Frank und seine in Teil 1 eroberte abenteuerlustige Ehefrau Sarah – die einzige Zivilistin weit und breit –  immer wieder mit Beziehungsarbeit beschäftigt. Marvin steht Frank dabei mit hilfreichen Tipps zur Seite und erklärt ihm die Welt der Liebesbeziehung in für ihn verständlichen militärischen Begriffen. Er müsse sich die emotionale Sicherheit erkämpfen usw.

„If there’s one thing I know, it’s women and covert operations.“ – „Marvin, that’s two things.“ – „No, grasshopper. It is not.“
“Wenn es eine Sache gibt, bei der ich mich auskenne, sind es Frauen und verdeckte Missionen. – “Das sind zwei” – “Nein ist es nicht.”

Alte Bekannte – von der russischen Gegenseite und dem britischen MI6 – sowie freischaffende Auftragskiller gesellen sich dazu und bald weiß in diesem 0815-Agenten-Plot keiner mehr, wer eigentlich gegen wen und für was kämpft – ganz wie in echt eben. Die Opferzahl wird immer höher (auch wenn der Film dabei nicht allzu brutal ist). Fast ebenso hoch ist die Zahl der prominenten Schauspieler; ein wenig ist manchen Stars die Langeweile anzumerken, obwohl hin und wieder, vorallem bei Malkovich und den Oscar-Preisträgern Anthony Hopkins und Helen Mirren, die selbstironische Spielfreude aufblitzt. Insgesamt ein routinierter Aufguss ohne Überraschungen.

Den Filmslogan “The best never rest” hat sich auch das Studio zu Herzen genommen; an einem dritten Teil – wohl mit gleichem Plot – wird schon geschrieben.

 

[erschienen in Die Dolomiten, Print-Ausgabe vom Do 22.8.2013]

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